Was sie von der Bauleitung unterscheidet
Die örtliche Bauleitung führt die Baustelle im Alltag. Die Bauüberwachung lässt sich davon lösen und einzeln beauftragen: als fachliche Kontrolle der Ausführung, wenn die Bauleitung beim Generalunternehmer oder Bauträger liegt und der Auftraggeber trotzdem eine unabhängige Prüfung will.
Das ist der klassische Fall beim schlüsselfertigen Bauen. Ohne eine zweite Instanz überwacht der Ausführende sich selbst – und findet erwartungsgemäß wenig.
Ausführungskontrolle
Prüfung der Bauausführung gegen Planung, Leistungsverzeichnis und die anerkannten Regeln der Technik.
Verdeckte Leistungen
Kontrolle und Fotodokumentation von Bauteilen, die später nicht mehr zugänglich sind – Abdichtung, Bewehrung, Dämmung, Installationen.
Aufmaß- und Rechnungsprüfung
Abgleich von Aufmaßen und Abschlagsrechnungen mit dem tatsächlichen Baufortschritt vor der Zahlungsfreigabe.
Protokollierung
Bautagebuch, Begehungsprotokolle und Feststellungen in einer Form, die auch im Streitfall trägt.
Abnahmen
Technische Begleitung von Teil- und Gesamtabnahmen einschließlich Feststellung und Bewertung der Mängel.
Mängelverfolgung
Nachhalten der Beseitigung mit Fristen, bis die Leistung tatsächlich vertragsgerecht erbracht ist.
Wann sie sich lohnt
- Beim Bauen mit Generalunternehmer oder Bauträger, wenn die Bauleitung auf der Gegenseite sitzt
- Bei Bauabschnitten mit hohem Schadensrisiko – Abdichtung, Wärmedämmung, Flachdach, Anschlussdetails
- Wenn Zahlungen an Baufortschritte gekoppelt sind und der Fortschritt belastbar festgestellt werden muss
- Vor Abnahmen, wenn der Zustand vollständig erfasst sein soll, solange noch Druckmittel bestehen
Was die Bauüberwachung kostet
Abgerechnet wird nach Aufwand oder als Pauschale je Begehung – abhängig von Objektgröße, Bauphase und gewünschter Frequenz. Eine Begleitung ausschließlich an den kritischen Bauabschnitten ist möglich und oft die wirtschaftlichste Variante.